Bäckerei Pfleger

Geschichte

Aller Anfang ist schwer: August und Maria Pfleger, 1899 – 1928

Ende des Jahres 1899 erwerben August Pfleger (geb. 1865), und seine Gattin Maria  die Bäckerei Dominik Wallner in Semriach. Außer einem Lehmbackofen, der mit Holz beheizt wird, gibt es keinerlei Maschinen. Der Tag des Bäckermeisters beginnt um 22 Uhr und endet am Mittag des nächsten Tages. 1 – 2 Gesellen und Brottrager bringen Brot & Gebäck mittels “Buglkraxn” (am Rücken getragener Flechtkorb) ins Gemeindegebiet. Zusätzlich ist August Pfleger maßgeblich an der Errichtung der 1. Stromzuleitung aus Peggau und am Bau der 1. Semriacher Marktwasserleitung beteiligt.

Die 2. Generation: August und Amalia Pfleger, 1928 – 1962

Im Jahre 1928 übernimmt August Pfleger (geb.1896) mit seiner Frau Amalia den elterlichen Betrieb, als er nach 2 Jahren Kriegsdienst und weiteren 2 Jahren Gefangenschaft in Oberitalien heimkehrt.
Vier Kinder, August, Franz, Maria und Georg gehen aus dieser Verbindung hervor. Im Jahr 1928 erwirbt man die erste Teigknetmaschine, die die Arbeit enorm erleichtert, jedoch für damalige Verhältnisse eine riesige Investition darstellt. Ein Pferd, dass mit 2 Tragkörben bepackt wird, erleichtert die Arbeit des Brotzustellens. Im 2. Weltkrieg muss August Pfleger nur kurze Zeit Kriegsdienst leisten, da er zu Hause für die Nahversorgung dringend gebraucht wird.
Die beiden älteren Söhne, August und Franz, werden mit 15 und 14 Jahren zum Stellungsbau eingezogen.
1940 wird der steirische Lehmbackofen durch einen Dampfbackofen, der mit Kohlen beheizt wird, ersetzt.
Die Söhne August, Franz und Georg werden zu Meistern des Bäcker- und Konditorhandwerk ausgebildet. Tochter Maria führt das 1950 neu errichtete Cafe. Dort gibt es die erste Espressomaschine und das erste Eis in Semriach. Die Schüler der Volksschule kommen ins Cafe, um Schulfunksendungen und Sportübertragungen im Fernsehen zu erleben (Schokolade für 1 Schilling mußte dafür gekauft werden).

Die 3. Generation: Franz und Gertrude Pfleger, 1963 – 1979

Im Jahr 1963 übernimmt Franz Pfleger (geb.1930), mit seiner Frau Gertrude den elterlichen Betrieb.
1963: Errichtung eines neuen Bäckereigebäudes mit Dampfbackofen und Ölheizung.
1969: Generalsanierung des fast 400 Jahre alten Hauses, ein neues Cafe und ein Verkaufsraum entstehen.
1973-79: Erweiterung und Vergrößerung des Geschäftsbereiches und der Backstube, Anschaffung zahlreicher neuer Maschinen.
Fünf Kinder, (Gerald, Martin, Gudrun, Franz und Michael) gehen aus der Ehe von Gertrude und Franz hervor.
1987: Eine Familien-KG wird gegründet. Der Mitarbeiterstand für Cafe, Bäckerei und Handel umfasst inzwischen 12 Personen.
nebenher konnte Franz 10 Jahre lang als Tourismusobmann Aufbauarbeit leisten, war 10 Jahre Gemeinderat, Pfarrgemeinderat, Bezirksmeister in der Wirtschaftskammer und über 20 Jahre im Vorstand der Raiffeisenbank Semriach – Passail tätig. Gertrude ist es 1990 gelungen, als erste Frau nach dem Krieg in den Gemeinderat zu kommen.

Modern Times: Franz Pfleger jun.

Bäckermeister Franz Pfleger (geb.1967) absolviert seine Lehrzeit in Graz und legt dort die Meisterprüfung ab. Weitere Berufserfahrung sammelt er in Salzburg und Kanada.
1987: Er wird Komplementär des Betriebes, seine Eltern Komanditisten.
1989:  Das Cafe in Semriach wird neu eingerichtet
1991:  Büro und Verwaltungsarbeit wird mittels Computer erledigt
1992:  Erwerb eines Etagenbackofens, Errichtung eines Zubaus für die Lieferabfertigung
1993:  Übernahme des Zustellbereichs St. Radegund
1996:  Bau von Mehlsilos
1997: Generalsanierung
1998:  Anschaffung eines computergesteuerten Backofens und Kühlanlage.
2003, 10. Januar: Eröffnung einer neuen Filiale in Gratkorn
2006, 24. Januar: vollst. Übernahme des Betriebs durch Franz Pfleger jun., er wird alleiniger Geschäftsführer.
2006: Zubau Expedit, Kühl- & Gärräume. Umstellung auf 7-Tage-Service. 2-Schicht-Betrieb ermöglicht eine lange Teigführung mittels computergesteuerter Kühl- & Gäranlage (Kapazität 35.000 Teiglinge)
2010: Umbau und Neugestaltung der Büroräumlichkeiten
2011: Vergrößerung der Zufahrt (Abrißgarage)
2012: Neubau von Sanitärräumen und Sozialraum
2013: Umbau des Geschäfts, barrierefrei

Mittlerweile beschäftigen wir fast 30 Mitarbeiter. Der Bäckerberuf ist trotz modernster Maschinen ein fordernder Beruf geblieben. Vor allem die Nachtarbeit und die 6-Tage-Woche machen es immer wieder schwierig, Lehrlinge zu finden.
Dennoch werden seit 3 Generationen in unserem Betrieb Lehrlinge ausgebildet.